Story des Monats

Jänner - Februar 2013


Kapitel 18 einer (möglichst) langen Serie .....
Axel Melhardt
Axel Melhardt plaudert:

Alle Religionen auf diesem Planeten – andere Informationen sind mir leider nicht mit ausreichender Glaubwürdigkeit zugänglich – haben eines gemeinsam: die Rolle der Frau ist seit unserer alten Stammmutter Eva nicht viel besser geworden. In der Bibel läßt sie sich zuerst von einer Schlange unsicherer Herkunft verführen, denn verführt sie ihren Adam, was zu einer Bevölkerungsexplosion führt, die eigentlich unlogisch ist, denn bei der In-Zucht hätte die Menschheit nach drei Generationen ausgestorben sein müssen – was nicht der Fall ist, das merke ich an Euch und mir.....
So beschleicht einen doch ein ganz klein wenig der Zweifel, ob die Bibel nun wirklich ein buchstabengenau zu befolgendes Geschichtslexikon ist, wie manche Menschen behaupten....
Auf alle Fälle ist die Frau ganz sicher nur eines nicht - ein zweiter Mann.
Sie ist ein gleichwertiger und gleichberechtigter Zweiter Bewohner unserer Erde..... - aber eben doch ein bißchen anders konstruiert.

 
Es lebe der Unterschied – der Unterschied lebt!
 

Das "Verhältnis" zwischen dem seit 1972 bestehenden JAZZLAND und dem in den 90-er Jahren gegründeten PORGY & BESS war nicht immer ungetrübt. In den Anfangsjahren bemühten sich die Gründer des auf Avantgarde-Jazz spezialisierten Projekts darum, den verantwortlichen Stellen klar zu machen, daß alles andere als das Neueste vom Allerneuesten wertloser Schund sei, und daß man alle musikalischen Entwicklungen vor dem "Hier und Heute" getrost vergessen könne – denn: es muß alles innovativ und aktuell und dadurch spannend und bedeutungsvoll sein und......

Lassen wir das – die Zeiten sind (zumindest zum größten Teil) vorbei und die Atmosphäre zwischen dem neuen P&B-Boss und dem alten Keller unter der Ruprechtskirche schwankt zwischen angenehm korrekt und manchmal fast schon kollegial freundschaftlich.

In seinen einleitenden Worten zum Jänner-Programm des PORGY spricht mir CHRISTOPH HUBER sogar zutiefst aus der Seele, wenn er sich über die ebenso unnötigen Strapazen wie nicht durchsetzbaren Forderungen der "Gender-Spezialisten" mokiert.

Diese befinden sich nämlich zum großen Teil auf dem berühmt-berüchtigten Holzweg.

Selbstverständlich sind Frau und Mann vollkommen gleichwertig.

Aber auch anders.

So sehr er sich auch bemüht wird kein Mann ein Kind zur Welt bringen und keine Frau ein Kind zeugen können.

Dieser Unterschied ist systemimmanent und bedingt in Folge eine ganze Reihe von Unterschieden in der körperlichen Konstruktion, gegen die auch die fanatischsten Vertreter der "Gender-Ideologie" machtlos sind.

Wenn man konsequent den Gleichheitsgrundsatz vertreten würde, müßten Männlein und Weiblein im gleichen Rennen gegeneinander schwimmen, Ski fahren, Hürdenlaufen und mit gleichen Gewichten kugelstoßen, was den weiblichen Teil der Kombattanten geschlossen auf die letzten Plätze verweisen würde.

"Das ist doch nur Sport – wir reden doch über Musik!" kommt das Gegenargument.

Zur Benutzung eines Blasinstrumentes braucht man Lungen (und zwar gewaltige) und wenn ich mir einen mit gleichem Kraftaufwand geblasenen Ton von Thomas Gansch und Ingrid Jensen anhöre, weiß ich nach dem ersten Moment, wer das stärkere Lungenvolumen hat. Selbstverständlich ist Lautstärke nicht alles – man kann auch im lyrischsten Pianissimo herrliche Ideen verwirklichen – selbstverständlich.

Das kann ein Gansch aber auch.

Hier haben wir einen Unterschied, der nicht aus der Welt zu schaffen ist, denn die überlegene Funktion des persönlichen Blasebalgs gibt dem Thomas die Möglichkeit eine immens größere Vielfalt von Klängen zu produzieren als die von Natur aus mit gleichem Talent aber eben anders konstruierte Ingrid.

Gehen wir von den kraftfordernden Instrumenten weg – gehen wir zum Klavier und zu den Saiten, aber auch hier finden wir gravierende Unterschiede in den körperlicher Voraussetzungen.

Friedrich Gulda erzählte mir mit Panik in den Augen von endlosen Stunden des fast qualvollen Übens von frühester Jugend an.

Natürlich kann auch eine Frau stundenlang Skalen und Akkorde üben – aber irgendwann setzt dann die Ermüdung ein und beendet die Etüden – und dieser Erschöpfungszustand setzt bei geringerem Muskelvolumen unweigerlich früher ein als bei einem Protz mit Bizeps.

Vielleicht kommt es beim Singen nicht so sehr auf die Kraft (und Herrlichkeit) des Starken Geschlechtes an. Die Kraft der Lungen wird vielleicht durch die größere Beweglichkeit von Stimmbändern und Kehlkopf ausgeglichen – das könnte doch sein?

Richtig!!!

Die einzige Branche im ganzen jazzigen Bereich, wo die Damen der Schöpfung eindeutig die Oberhand über die männlichen Kollegen haben ist die Singerei!

Richtig!!!

Sorry – an die großartigen Herren Armstrong, Joe Williams, Rushing, Mahogany und Co.!

Die Ellas und Anitas, Bessies und Billies, Shirleys und Judys, Peggys und Melissas, Dianas und Janes, Marilyns und Dinahs sind in eklatanter Überzahl.

Der Unterschied liegt also nicht am unterschiedlichen Talent sondern ausschließlich an den körperlichen Voraussetzungen.....

.....und die kann kein Gendokrat überwinden.

Aber freuen wir uns doch über die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein....

Genießen wir doch die verschiedenen Talente und Eigenschaften....

Hier in unserem musikalischen Kosmos können die "fanatischen Gleichmacher" prinzipiell keinen wesentlichen Schaden anrichten – niemand kommt in Lebensgefahr, wenn ein weibliches Bandmitglied weniger effizient ist als ein aus Gendergründen arbeitsloser männlicher Kollege.

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Grund dieser Zeilen: Es gibt tatsächlich Politiker (ich will nicht verraten, welchen Couleurs sie sind, denn ähnliche Forderungen kommen aus verschiedenen Richtungen), die ernsthaft verlangen, man müsse in klassischen Orchestern die einzelnen Instrumente gendermäßig ausgewogen besetzen und man solle auch in den Jazz-Clubs die Bands nicht nach musikalischer Klasse sondern nach geschlechtlicher Ausgewogenheit engagieren....

Und das führt direkt zu einer weiteren Absurdität....

Man hört, daß den Studentinnen der Medizin leichtere Testfragen vorgelegt werden sollen, um eine geschlechtsmäßig paritätische Zusammensetzung in (zum Beispiel) chirurgischen Hörsälen zu garantieren – und da steigen mir dann die berühmten Grausbirnen auf.

Wenn ich nach einem Unfall auf dem Tisch liege, dann möchte ich – bitte, bitte!!! – ganz sicher sein, daß ich die absolut bestmögliche Behandlung bekomme....

....und nicht die gendermäßig korrekte.


© Axel Melhardt
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